Leupoldsgrün - Kreuzstein

Zwischen Almbranz und Leupoldsgrün - auf der Höhe von Hohenbuch. Landkreis Hof/Saale – Almbranz ist heute Ortsteil der Stadt Helmbrechts.

Der Stein wurde 2006 wieder neu aufgestellt.

62 cm hoch, 70 cm breit und 13 cm dick.  

 

SAGEN und Legenden Quelle: Text der Hinweistafel.

Der mündlichen Überlieferung gemäß hätten sich hier zwei Bauern erschlagen. Die genaue Bedeutung dieses Steines kann jedoch nur vermutet werden.

Hier in Almbranz rankten sich die außergewöhnlichsten Legenden um den Kreuzweg. So berichteten z.B. häufig die Fuhrwerksfahrer, dass ihre Lampen gerade am Kreuzweg zersprangen. Ein anderer Bauer wurde bei seinem nächtlichen Rückweg vom „Kälbern“ aus Hartungs von einem großen Hund angegriffen. Als er mit dem Stock nach dem Hund schlug, war dieser verschwunden. Ein anderer Bauer setzte sich auf eine dort gelagerte Walze, um kurz zu verschnaufen. Dabei soll die Walze so heiß geworden sein, dass er sein Gesäß auf Brandblasen hin untersuchen ließ.

Quelle : Eine aufgestellte Hinweistafel enthält folgenden Text

Während eines Gespräches im Jahre 1998 erinnerte sich Herr Bächer an einen ungewöhnlichen Stein, welcher im Zuge der Straßenbauarbeiten des Ortsverbindungsweges von Leupoldsgrün nach Almbranz ausgegraben wurde. Dieser Stein war nur noch wenigen Leuten bekannt, da er nur mit seiner Oberkante aus dem Erreich schaute. Lediglich der Name des Feldes, Kreuzfeld, deutete auf Standort und Existenz des Steines hin.

Damit der Stein während der Straßenbauarbeiten nicht unter die Räder kam, sicherte Albin Böhm kurzerhand diesen Stein und lagerte ihn bei sich in der Scheune in Hohenbuch Nr. 1. Dort verbrachte er zunächst fast 40 Jahre ohne weitere Bedeutung.

In der Zeit zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert gehörten Steinkreuze und Kreuzsteine zum gebräuchlichen Umgang des mittelalterlichen Rechtswesens. Auf die Blutrache zurückgehend konnte ein Totschlag als Privatangelegenheit zwischen der Familie des Getöteten und dem Täter geregelt werden. Zu den Sühneleistungen gehörte nicht selten neben Geldbußen, Messelesungen auch u.a. die Aufstellung eines Steinkreuzes oder Kreuzsteines. Diese Steine werden daher oft als Sühnekreuze bezeichnet.

Da der Getötete zu seinen Lebzeiten nicht mehr die Möglichkeit hatte, sein Leben mit Gott in Ordnung zu bringen, sollte das Steinmal den Vorübergehenden dazu auffordern, nach katholischer Lehre ein Gebet für den Verstorbenen zu sprechen. Der Aufstellungsort dieser Steine wurde dann meist an zentraler Stelle gewählt, um möglichst viele Passanten zum Gebet aufzufordern.

Die Einführung der „Peinlichen Gerichtsordnung“ die sogenannte „Carolina“ durch Kaiser Karl V. setzte im Jahr 1532 dieser gängigen Praxis ein Ende. Das neue Recht forderte die Bestrafung des Totschlägers durch ordentliche Gerichte. In der Zeit danach wurden solche steinernen Male oft noch als Gedenkkreuze aufgestellt.

Auffällig ist auch der Ort der Aufstellung. Wie bereits Altstraßenforscher Richard Seuß bei seinen über 15-jährigen Recherchen herausfand, führte die „Karolingische Handelsstraße“ auf ihrer Trasse von Kulmbach nach Hof über Ahornberg, Almbranz und Hartungs. Hier bei Hohenbuch am sogenannten alten Kreuzweg überquerte die Karolingische Handelsstraße die Halsgerichtsgrenze Münchberg/Hof *. Später stieß hier die alte „Höfer“ Straße auf die Trasse der Handelsstraße. An dieser Stelle überdauerte der Kreuzstein die Jahrhunderte.

Weitere Webseiten (externe Links*) erreichen Sie hier :

STADT HELMBRECHTS

GEMEINDE LEUPOLDSGRÜN

 

Bilder (c) Dieter Wolf - Quellennachweis siehe Startseite Flurdenkmale.

 

Alte KREUZSTEINE – vergessen – beim Straßenbau einfach mit zum Abfall geworfen oder in den Untergrund mit eingebaut – dabei jedoch unwiederbringliche Zeugen der Vergangenheit und der Geschichte unserer Region. Die Sagen über die Kreuzsteine und Steinkreuze sind nicht immer ernst zu nehmen, meistens standen diese an Altstrassen und hatten wohl eine andere Bedeutung, trotzdem handelt sich aber oftmals tatsächlich um Sühnekreuze für begangene Untaten.