Altstrassen

.... und Wegmarkierungen im Zusammenhang mit Flurdenkmalen

Wenn man in alten Chroniken liest, kann man feststellen, das im 14.- und 15. Jahrhundert für die Reisenden sogenannte Geleitzüge an den wichtigen „Altstraßen“ bereitstanden. Zeichen für einen Geleitschutz bildete ein Kreuz, eine Fahne oder einfach ein grüner Zweig.

An den Geleitgrenzen standen dann auch die Herbergen, die auch „Rothhöfe“ „Tavernen“ oder „kalte Staude“ genannt wurden. Hier deutet das Rothhöfe eindeutig auf die Route, also den Weg hin und man kann dies ja auch in vielen Ortsnamen feststellen, z.B. Stockenroth, Rothleiten, Oppenroth usw. Diese Orte waren damals wohl solche Rothhöfe. Fälschlicherweise wird dieses „roth“ mit „reuth“ verwechselt. Auch kann man bei diesen Orten wie Oppenroth immer einen Burgstall feststellen (Burgruine Uprode). Das Wort „reuth“ hat sicherlich mit dem damaligen Roden zu tun. Das Wort „roth“ (?) kommt aber sicher in Verbindung mit den Altstraßen zustande, z.B. stand auch in Stockenroth ehemals ein Burgstall.

Um 1500 hieß der Hofer Geleitsmann Simon Gotzmann. Dieser hatte seine Knechte die dann die Kaufleute in die Städte Plauen, Leipzig u. weitere geleiteten, dies natürlich gegen entsprechendes Entgelt. So wurden die Reisenden, vor allem Kaufleute damals gegen das stark verbreitete Räubertum geschützt. 1834 wurde dieses Geleitrecht aufgehoben.

HINWEIS: Die Karte  wurde  frei erstellt ohne  Bezug auf Genauigkeit der Topographie und  dient nur als Übersicht. 

Es wurde aber weiterhin Jahrzehnte lang noch Brücken- oder Straßenzoll verlangt. Zu dieser Zeit wurde auch bereits ein Botendienst unterhalten aus dem später das organisierte Postwesen hervorging. Um hier auf die Steinkreuze zu kommen, muss man aber annehmen, dass diese zu einer wesentlich früheren Zeit aufgestellt wurden. Man kann davon ausgehen, das die Steinkreuze etc. ins 13.- bis 14. Jahrhundert zurückgehen. Interessant ist auch noch die Tatsache, das man in der Zeit als die Botenreiter aufkamen einen solchen Boten der die „Post“ beförderte „Postreuther“ nannte. Dies stellt wiederum die Frage, ob die Orte mit „reuth“ auch tatsächlich mit der Rodung zu tun haben. Denn auch hier sind Altstrassen vorhanden und die Steinkreuze und Kreuzsteine. Beispiele Pilgramsreuth, Fohrenreuth oder Quellenreuth und Degenreuth. Aber die „Wissenschaftler“ werden´s ja genau wissen. Auch waren damals die Strecken genau vermessen – siehe hierzu die Veröffentlichung  des Malers und Heimatforschers Karl Bedal+ (Rätselhaftes-Versunken-Vergessen-Unsichtbar-doch genau vermessen – 1986 Frankenpost Verlag).

Die darin beschriebenen Aufzeichnungen können kein Zufall sein.

Damals konnte man zu Pferd nicht Hunderte Kilometer zurücklegen, sondern musste oft Rast machen und dem Ross und Reiter eine Pause gönnen. Eine Tagesstrecke war damals wohl so um die 20 km.

So dürfte eine Altstraße mit Abzweig,  auf steinigem Untergrund ausgesehen haben. Bild © Dieter Wolf 1988

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Es ist bei den Altstraßen zu unterscheiden, wann diese Strassen oder Wege entstanden. Am Anfang richteten sich diese nach dem Gelände, es entstanden an diesen „Wegen“ Orte und Versorgungsstationen Meierhöfe, Gutshöfe und Wehranlagen. Erst später wurden weitere Strassen durch bereits vorhandene Dörfer und Ansiedelungen geführt und das Wegenetz wurde ausgebaut.   Als die erste Altstrasse in unserem Gebiet dürfte die Karolingische Heerstraße maßgebend sein – später Handelsstraße.

Hierüber hat auch Richard Seuss berichtet in seinem Buch „nur zwei Strassen“.

Auch damals blieb die Zeit nicht stehen und wie heute auch wurden laufend Verbesserungen und Neuerungen durchgeführt und in einem Jahrhundert änderte sich doch auch zu dieser Zeit vieles. Deshalb können auch nur Vermutungen aufgrund von „sehr alten“ Urkunden und Schriftstücken erfolgen, wie es eigentlich wirklich war.  Die „sogenannte“ gute alte Zeit jedenfalls war es nicht, die Menschen hatten es wesentlich schwerer als heute, sie hatten nicht die technischen Mittel und alles war reine Handarbeit die verrichtet wurde.   Die Menschen verdienten sich wirklich ihr Brot mit harter Arbeit, Frondienste kamen hinzu und ein Tag bestand damals aus mehr als 12 Stunden Arbeit. 

Quellennachweis siehe Startseite Flurdenkmale