Hermann Hollerith

... eine kleine Computer-Chronik 

Der Beginn der maschinellen Datenverarbeitung geht auf das Jahr 1884 zurück – hätten Sie das gedacht ? – ja 1884 erfindet der 1860 in Buffalo (New York) geborene deutschstämmige Hermann Hollerith die Maschine, die mechanisch in der Lage ist, große Datenmengen zu erfassen und auszuwerten. Für die in den USA regelmäßig durchgeführten Volkszählungen hat er die Idee, eine Lochkartenmaschine zu entwickeln, die auch 1889 als Patent angemeldet wurde. Das Herzstück dieser Maschine ist die Lochkarte. Die Maschine besteht aus einem Lesegerät, einer Abtastvorrichtung und einem Zählwerk. Die gelochten „Pappkarten“ konnten mit der Abtastvorrichtung gelesen, sortiert, gezählt und ausgewertet werden. 1890 kam die Hollerith – Maschine bei der elften Volkszählung der USA zum Einsatz. 43 Hollerith-Maschinen erfassen die Daten von 65 Millionen US-Bürgern innerhalb von 4 Wochen – was zu dieser Zeit eine enorme Zeitersparnis bedeutet.

Seine Tabulating Machine Company ruft Hollerith 1896 ins Leben, doch er ist als Unternehmer nicht erfolgreich und muss seine Patente an Ch.F. Flint (Multiunternehmer) verkaufen. Aus der Firma Flints Computing Tabulating Recording Company (CTR) entsteht die spätere weltweit bekannte und auf dem Sektor Computer führende Firma IBM.

In Deutschland wird 1920 die erste Hollerith-Maschine zur Volkszählung eingesetzt. 

Viele alte EDV-Hasen werden sich auch noch daran erinnern, das es nicht eine EDV-Abteilung gab, sondern eine Abteilung „Hollerith“. 

Bild Hermann Hollerith

Im Jahre 1937 fand ein großes Gala-Diner aus Anlass des Jahreskongresses der Industrie- u. Handelskammer in Berlin statt. Unter den Gästen auch Th. J. Watson – Chef einer auch noch heute weltgrößten Computerfirmen aus den USA. Er trifft sich mit Adolf Hitler und erhält abends das Verdienstkreuz des Deutschen Adlers.

Diese Auszeichnung ist der höchste Orden des Dritten Reiches, der an Ausländer vergeben wird, die sich um das Deutsche Reich verdient gemacht haben. Watson gab den Orden später zurück.  

Nach Recherchen des amerikanischen Autors Edwin Black soll der Computer-Riese die damaligen Machthaber in Deutschland mit Hollerith – Maschinen versorgt haben – um eventl. auch eine Erfassung von Juden möglich zu machen. Und wer mit Lochkarten je gearbeitet hat, dürfte darin ja auch kein Problem sehen, denn jedes Loch einer Lochkarte war ein Merkmal so z.B. könnte ein Loch – Spalte 9 – Zeile 1 bedeuten – weiblich usw.  

Die Dehomag kontrollierte damals in Deutschland die gesamte Datenverarbeitung. Im Dritten Reich wurden diese Hollerith-Maschinen auch bei Siemens, vielen Standesämtern und Banken eingesetzt.  

Vorwürfe, das die Firma IB... sich durch die Lieferung der Hollerith-Maschinen an der Registrierung der Juden beteiligt hat, wies die Firma dahingehend zurück, das lt. einem Sprecher keine Unterlagen aus dieser Zeit oder nur sehr wenige Unterlagen zur Verfügung stehen und diese im Sommer 2000 an die Uni Hohenheim und UNI New York zur weiteren Forschungszwecken übergeben wurden.

Lochkarte aus den 1970 / 1980ziger Jahren

Museum bei IBM - „Haus der Geschichte“ 

Mitarbeiter von IBM die Im Ruhestand sind haben ein Haus der Geschichte bei IBM geschaffen und zeigen dort lauffähige Maschinen von den Anfängen an bis 1990. Maschinen aus dem Jahre 1890 (Zähl und Sortiersystem) sind dort ebenso zu sehen wie eine IBM 409 aus dem Jahre 1959. Oder einer der ersten PC´s aus dem Jahre 1983. Die Ausstellung kann jedoch nicht einfach besucht werden – Führungen werden jedoch vorgenommen – Kontakt Tel. 07031/415108 oder history@de.ibm.com.